Neues BGH Urteil vom Bundesgerichtshof zur Sanierung bei Wohneigentum

Neues Urteil vom Bundesgerichtshof (BGH) zur Sanierung bei Wohneigentum

Bei mehreren Wohnungseigentümern unter einem Dach kann es häufig Streit geben wenn es ums Geld geht. Ganz besonders bei anstehenden Sanierungen hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt ein Urteil gefällt. Dabei müssen wichtige Renovierungen an den gemeinschaftlichen Teilen eines Gebäudes alle Wohnungseigentümer ohne Ausnahme mittragen.

Eine Wohnungseigentümerin einer feuchten Kellerwohnung hatte geklagt, da mehrere Eigentümer sich nicht an den Kosten beteiligen wollten.

Nach dem Grundsatz „mitgehangen – mitgefangen“ müssen bei Sanierungen aber alle Wohnungseigentümer für diejenigen Teile am Gebäude bezahlen die ihnen auch gemeinsam gehören. Das sind z.B. die Außenwände eines Hauses, das Treppenhaus, Dach als auch eine Kellerwohnung.

Bei nicht so dringenden Maßnahmen dürfen dem Bundesgerichtshof zufolge sie Sanierungsarbeiten aber schon mal aufgeschoben werden wenn gerade die Kasse knapp ist.

Bei zwingend notwendigen Sanierungsmaßnahmen wie etwa bei Schimmelbefall, Feuchtigkeit in den Wänden oder beim gefürchteten Hausschwamm muss unverzüglich gehandelt werden. Dabei spielt die finanzielle Situation eines einzelnen Wohnungseigentümers keine Rolle. Sollten sich einzelne Wohnungseigentümer sich weigern zu zahlen machen sie sich laut BGH schadenersatzpflichtig.

Das neue BGH Urteil trifft somit all diejenigen, die eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus besitzen. Dabei spielt es keine Rolle ob sie selber darin wohnen oder vermietet haben. In Deutschland gab es in 2011 nach Erkenntnis von Haus & Grund fast 9 Millionen derartige „Wohneinheiten“. Das sind immerhin 22,1 Prozent aller Wohnungen in Deutschland.